Dieses Tagebuch ist erfunden, aber aus vielen echten Geschichten zusammengesetzt. Thomas, 41, wohnt im Mühlviertel, arbeitet in Linz und hat seine zwei Kinder, acht und elf, jedes zweite Wochenende und jeden Mittwochnachmittag. Er hat beschlossen, es wieder zu versuchen.
Woche 1: Der Kalender
Montag. 6:10 Uhr, Bus nach Linz. Ich zähle zum ersten Mal ehrlich nach. Frei bin ich jedes zweite Wochenende und an drei Abenden pro Woche, wenn ich nicht Überstunden mache. Mittwoch nicht, da hole ich die Kinder vom Hort. Das ist weniger, als ich dachte, aber mehr als nichts.
Donnerstag. Profil angelegt. Beim Satz „Ich habe zwei Kinder“ habe ich lang überlegt, ob ich ihn weiter unten verstecke. Hab ihn ganz nach oben geschrieben. Wer damit nicht kann, soll es gleich wissen.
Samstag. Kinderwochenende. Handy bleibt in der Lade. Wir waren am Pöstlingberg, der Kleine wollte unbedingt mit der Bahn fahren. Ich hab an niemanden gedacht und das war gut so.
Woche 2: Die ersten Nachrichten
Dienstag. Zwei Gespräche. Eine schreibt viel und schnell, die andere langsam, weil ihre Tochter abends viel braucht. Mit der zweiten fühlt es sich leichter an. Sie versteht, warum ich am Mittwoch nicht antworte.
Freitag. Fehler gemacht: Ich habe nach drei Nachrichten von der Trennung erzählt, ausführlich. Sie hat freundlich reagiert, aber ich merke selbst, dass das nicht der richtige Anfang war. Merke: über die Kinder reden ja, über die Ex nur kurz.
Woche 3: Das erste Treffen
Dienstag. Wir treffen uns nach der Arbeit in Linz, Spaziergang an der Donaulände, eine Stunde. Ich bin ohnehin in der Stadt, sie arbeitet auch dort. Kein Extraweg, kein großer Abend, kein Druck. Danach den Bus um halb acht, rechtzeitig zuhause.
Es war angenehm. Nicht Feuerwerk, aber echt. Sie hat ihre Tochter genau einmal erwähnt und ich meine Kinder einmal. Mehr braucht es beim ersten Mal nicht.
Donnerstag. Ich hab den Sorgerechtskalender in PAM ausgefüllt. Hilft mir mehr, als ich zugeben wollte: Ich sehe, dass unser nächstes gemeinsames freies Wochenende erst in drei Wochen ist. Lieber jetzt wissen als dann enttäuscht sein.
Woche 4: Was ich gelernt habe
- Die Pendelzeit ist nicht verloren. Im Bus schreibe ich, am Abend bin ich für die Kinder oder für mich da.
- Treffen dort, wo der Alltag mich sowieso hinbringt. Ein Spaziergang nach der Arbeit in der Stadt ist realistischer als ein Abend, für den ich extra zurückfahre.
- Absagen gehören dazu. Einmal ist der Große krank geworden. Ich hab abgesagt, sie hat geantwortet: „Klar, gute Besserung.“ Das hat mir mehr über sie gesagt als drei Seiten Profil.
- Die Kinder wissen noch nichts. Und das bleibt so, bis ich sicher bin. Wie das später geht, steht im Plan zum Vorstellen.
Was Väter oft unterschätzen
Viele Papas mit Kontaktrecht haben das Gefühl, sie müssten jede Kinderminute „ausnutzen“ und jeden freien Abend „produktiv“ machen. Beides macht müde. Ein freier Abend, an dem du mit jemandem spazieren gehst, ist kein Verrat an den Kindern. Und wenn dich beschäftigt, ob der neue Mensch an deiner Vereinbarung etwas ändert: lies Obsorge, Kontaktrecht und neue Beziehung.
Wenn du Gesellschaft ohne Dating suchst, gibt es in PAM Ausflüge, wo Eltern gemeinsam mit Kindern unterwegs sind, und Der Kreis für Gespräche unter Eltern. Die App gibt es auf Deutsch, die Community in Österreich baut sich gerade erst auf. Den Überblick findest du in Alleinerziehend in Österreich, und für Linz direkt Alleinerziehend in Linz.
Jetzt PAM laden →Häufige Fragen
- Wie finde ich als Papa mit Kontaktrecht Zeit fürs Dating?
- Zuerst die freien Abende und Wochenenden für zwei Monate eintragen. Dann Treffen dorthin legen, wo du sowieso bist, etwa nach der Arbeit in der Stadt.
- Soll ich als Vater im Profil sagen, dass ich Kinder habe?
- Ja, gleich am Anfang. Wer damit nicht kann, fällt von selbst weg. Namen und Kinderfotos gehören nicht ins Profil.
- Wie viel erzähle ich beim ersten Date über die Trennung?
- Wenig. Über die Kinder kannst du offen reden, über die Ex-Partnerin kurz und ruhig. Lange Trennungsgeschichten wirken, als wäre noch kein Platz.
- Was, wenn ich wegen der Kinder kurzfristig absagen muss?
- Sag ehrlich ab. Wie dein Gegenüber reagiert, zeigt dir viel darüber, ob es mit Kindern in deinem Leben klarkommt.