Du kannst jemanden Neuen kennenlernen und trotzdem eine gute Mama sein. Das eine schließt das andere nicht aus. Ich schreibe dir, weil ich weiß, wie sich das von innen anfühlt, und weil sehr viele Mütter in Österreich diesen Brief auch sich selbst schreiben könnten.
Über den Abend, den du immer wieder verschiebst
Du sagst dir: wenn er in die Volksschule kommt. Dann: wenn die erste Klasse vorbei ist. Dann: wenn er größer ist und es versteht. Der Schulanfang kommt und geht, die Schultüte ist längst leer, aber deine Zeit für dich liegt immer noch irgendwo im „später“.
Aufschieben schaut aus wie Fürsorge. Oft ist es Angst: dass es schiefgeht, dass die Leute reden, dass die Kinder sich zurückgesetzt fühlen. Diese Ängste sind echt. Ein Grund, nur halb zu leben, sind sie trotzdem nicht.
Über das schlechte Gewissen
Es meldet sich meistens am Freitagabend, wenn die Kinder beim Papa sind und du in der stillen Wohnung sitzt. Es fühlt sich an, als wärst du die Mama, die „herumzieht“, wenn du jetzt ausgehst. Aber schau ehrlich hin: Die Kinder sind in dieser Zeit gar nicht bei dir. Du nimmst niemandem etwas. Du hörst nur auf zu warten.
Und noch etwas: Kinder lernen von dem, was sie sehen. Eine Mama, die auch auf sich schaut, zeigt ihnen, dass das normal ist.
Über die Oma und die Nachbarin
Viele Mütter haben dieselbe Hilfe in der Nähe: die Oma, die anbietet aufzupassen, eine Schwester, die Nachbarin aus dem dritten Stock. Oft sagen wir ab, weil wir niemandem etwas schuldig sein wollen oder nicht erklären möchten, wohin wir gehen. Du musst es nicht erklären. „Ich hab was zu erledigen, bin um neun zurück“ reicht völlig.
Wenn du diese Hilfe nicht hast, such sie bei anderen Eltern. In PAM gibt es Helfende Hand: Dort helfen sich Eltern gegenseitig, holen ein Kind von der Musikschule ab oder bringen es zum Training. Mit Dating hat das nichts zu tun, aber manchmal ist es genau das, was den einen freien Abend möglich macht.
Über das, was du suchst
Vielleicht suchst du eine feste Beziehung. Vielleicht nur ein Gespräch mit einem Erwachsenen, der fragt, wie es dir geht, und nicht, wie es den Kindern geht. Beides ist in Ordnung. Wichtig ist nur, dir nichts vorzumachen.
Wenn du wissen willst, ob jemand über das Foto hinaus zu dir passt, gibt es PAM Match: einen Fragebogen, der eure Sicht auf Kommunikation, Werte, Erziehung und Lebensstil vergleicht und zeigt, wo ihr euch trefft und wo nicht. Er sagt dir nicht, was du fühlen wirst, aber er hilft, offensichtliche Stolpersteine zu sehen.
Über die ersten Nachrichten
Die ersten Nachrichten verraten viel. Wer wirklich interessiert ist, fragt nach dir: was du machst, was dir Freude macht, wie dein Tag war. Er fragt vielleicht auch nach den Kindern, aber allgemein, etwa wie alt sie sind, und nicht mehr.
Ein paar Dinge solltest du nicht übersehen:
- will schnell zu dir nach Hause oder abends, wenn die Kinder schlafen;
- spricht nach wenigen Nachrichten von „unserer Familie“;
- weicht einem Videotelefonat oder einem Treffen am Tag aus, schreibt aber gern nachts;
- redet über alle Ex-Partnerinnen schlecht.
Gute Zeichen dagegen: Er respektiert deinen Rhythmus, ist nicht beleidigt, wenn du erst nach Stunden antwortest, weil du bei den Kindern warst, und schlägt selbst ein Treffen am Tag an einem öffentlichen Ort vor.
Über Sicherheit
Das erste Treffen tagsüber, öffentlich, ohne Kinder. Sag einer Freundin, wohin du gehst und mit wem. Gib deine Adresse erst her, wenn du den Menschen kennst. Keine Kinderfotos im Profil, keine Namen. Das ist keine Paranoia, sondern ganz normale Vorsicht.
Der Fehler, den viele Mütter machen
Dates in die Kinderzeit quetschen: „Die schlafen um neun, dann geh ich kurz weg.“ So beginnt Dauerstress, du bist müde, und Dating wird zur nächsten Pflicht. Lieber seltener, dafür wenn du wirklich frei bist. Im Sorgerechtskalender von PAM trägst du den Rhythmus der Kinder ein und siehst, mit wem du gemeinsame freie Tage hast. Die App gibt es auf Deutsch, die Community in Österreich wächst gerade erst.
Über das Alleinsein, das nichts mit Liebe zu tun hat
Manchmal fehlt abends kein Date, sondern ein Mensch, dem man „heute war ein schwerer Tag“ schreiben kann. Im Forum Der Kreis reden Mütter und Väter über das, worüber man vor dem Kindergarten nicht spricht, auf Wunsch anonym.
Wenn du bereit bist für den nächsten Schritt, lies sechs Schritte für Alleinerziehende. Wird es ernst, hilft der Plan, wie du den Kindern einen Partner vorstellst. Und wenn dich beschäftigt, wie der Vater der Kinder reagiert: Obsorge, Kontaktrecht und neue Beziehung.
Du bist nicht zu alt, nicht zu müde und hast nicht „zu viel Gepäck“. Du bist eine Frau, die Kinder großzieht und ein Recht auf ihr eigenes Leben hat.
Jetzt PAM laden →Häufige Fragen
- Ist es normal, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich als alleinerziehende Mama daten will?
- Ja, das geht sehr vielen so. Zeit für dich, wenn die Kinder beim Papa oder bei der Oma sind, nimmt ihnen aber nichts. Eine Mama, die auf sich schaut, ist ein gutes Vorbild.
- Wie treffe ich mich beim ersten Mal sicher?
- Tagsüber, an einem öffentlichen Ort, ohne Kinder. Sag einer Freundin Bescheid, gib deine Adresse nicht her und stell keine Kinderfotos ins Profil.
- Soll ich im Profil schreiben, dass ich Kinder habe?
- Ja, gleich. Wer damit nicht kann, fällt von selbst weg. Es reicht, dass du Kinder hast, ohne Namen und Fotos.
- Wann stelle ich den Kindern jemanden Neuen vor?
- Erst wenn die Beziehung stabil ist und du dir sicher bist. Viele Mütter warten einige Monate und beginnen mit einem kurzen Treffen an einem neutralen Ort.
- Gibt es PAM auf Deutsch?
- Ja, die App ist auf Deutsch verfügbar. Die Community in Österreich baut sich gerade erst auf.