Als alleinerziehender Vater oder getrennt erziehender Vater datest du am besten nach deinem Umgangsplan, nicht gegen ihn. Wie das konkret aussieht, zeigt dieses Tagebuch über vierzehn Tage. Der Vater hier lebt im Residenzmodell: Die Kinder, acht und elf, wohnen bei der Mutter, er hat sie jedes zweite Wochenende und jeden Mittwochnachmittag. Die Person ist ausgedacht, die Abläufe kennen viele Väter in Deutschland genau so.
Freitag, Tag 1: Abholen
15:30 Uhr, Hort. Der Kleine hat die Turnschuhe vergessen, die Große will sofort wissen, ob sie bei mir Pizza machen dürfen. Auf dem Handy eine Nachricht von Jana, die ich seit einer Woche schreibe. Ich antworte nicht. Das ist meine einzige feste Regel: Am Umgangswochenende bleibt das Handy in der Jackentasche, bis die Kinder schlafen.
Abends, als beide im Bett sind, schreibe ich ihr kurz: „Wochenende mit den Kindern, ich melde mich Sonntagabend. Freue mich drauf.“ Sie schreibt ein Daumen-hoch zurück. Gut so.
Samstag, Tag 2: Radtour und Wochenmarkt
Morgens Wochenmarkt, weil die Kinder dort Äpfel probieren dürfen. Nachmittags Radtour am Fluss entlang, mit Pause am Spielplatz, weil der Kleine sonst nicht weiterfährt. Ich denke kurz an Jana und merke, dass ich es nicht eilig habe. Das ist ein gutes Zeichen.
Sonntag, Tag 3: Übergabe
18 Uhr Übergabe vor der Haustür der Mutter. Rucksäcke, Turnbeutel, das Mathebuch, das unter meinem Sofa lag. Danach die leere Wohnung. Der Sonntagabend nach dem Umgangswochenende ist der Moment, in dem viele Väter zu viel schreiben, zu schnell, zu sehnsüchtig. Ich koche mir etwas, dann schreibe ich Jana und schlage einen Spaziergang am Dienstag in der Mittagspause vor.
Montag, Tag 4: Der Kalender
Ich gehe die nächsten zwei Wochen durch. Mittwoch Kinder, nächstes Wochenende frei, das Wochenende danach Kinder. Jana hat selbst einen Sohn und das gegenteilige Wochenende. Das haben wir im Sorgerechtskalender von PAM schon gesehen, bevor wir uns überhaupt geschrieben haben: Unsere freien Wochenenden fallen nicht zusammen, dafür passen die Abende unter der Woche gut. Das war ehrlicher als jedes „Wir finden schon Zeit“.
Dienstag, Tag 5: Erstes Treffen
Mittagspause, 45 Minuten. Wir laufen eine Runde durch den Park neben ihrem Büro. Es ist kein großes Date, aber nach zehn Minuten reden wir über die Kinder, über Elternabende, auf denen man als einziger Vater sitzt, über Brotdosen. Ich merke, dass ich nichts erklären muss.
Mittwoch, Tag 6: Umgangsnachmittag
14 Uhr bis 19 Uhr Kinder. Hausaufgaben am Küchentisch, danach Fußballtraining. Jana schreibt etwas Nettes über gestern, ich lese es erst nach dem Zurückbringen. Kein schlechtes Gewissen, weder ihr noch den Kindern gegenüber. Die Nachmittage gehören den beiden.
Donnerstag, Tag 7: Grenzen aussprechen
Am Telefon sage ich Jana etwas, das ich früher erst nach Wochen gesagt hätte: „Mittwochnachmittag und jedes zweite Wochenende bin ich nicht verfügbar. Nie. Auch nicht für eine Stunde.“ Sie lacht und sagt, bei ihr sei es der Donnerstag. Wir tragen es beide ein. Ab jetzt planen wir um diese Lücken herum, statt jedes Mal neu zu fragen.
Freitag bis Sonntag, Tag 8 bis 10: Das freie Wochenende
Freitagabend gehe ich mit einem Freund laufen. Ich hätte Jana fragen können, aber sie hat ihren Sohn. Samstag nichts geplant, und ich lasse es so. Am Samstagabend schalte ich auf dem Weg zum Bäcker kurz FacePAM ein, eher aus Neugier. Ich sehe zwei Eltern in der Nähe, die es auch aktiviert haben, schreibe einem anderen Vater, der mit seiner Tochter am Spielplatz ist. Wir trinken einen Kaffee am Kiosk, die Kinder spielen, er erzählt, dass er auch erst seit einem Jahr allein lebt. Kein Date, aber der beste Nachmittag der Woche.
Sonntag: Wäsche, Einkaufen für die nächste Kinderwoche, Turnschuhe für den Kleinen gekauft.
Montag, Tag 11: Zweites Treffen
Jana und ich treffen uns abends, ihr Sohn ist beim Vater. Zwei Stunden. Wir sprechen zum ersten Mal über die Trennungen, kurz, ohne Schlammschlacht. Ich merke: Sie redet über den Vater ihres Sohnes mit Respekt. Das ist mir wichtiger, als ich gedacht hätte.
Mittwoch, Tag 13: Die Frage der Kinder
Beim Abendessen fragt die Große, warum ich so oft aufs Handy schaue. Ich lege es weg und sage ehrlich: „Ich schreibe mit einer Freundin.“ Mehr nicht. Ich muss den Kindern nichts vorenthalten, aber auch nichts vorstellen, was noch nicht feststeht. Wann der richtige Moment für mehr ist, beschreibt der Plan in Neuen Partner den Kindern vorstellen.
Freitag, Tag 15: Alles von vorn
Hort, 15:30 Uhr. Abholen, Pizza, Handy in der Jacke. Jana und ich haben das nächste Treffen für Dienstag ausgemacht. Ich freue mich, und die Kinder merken davon nichts außer einem Vater, der gute Laune hat.
Was aus diesen zwei Wochen hängen bleibt
Der Umgang ist nicht verhandelbar
Nach § 1684 Abs. 1 BGB hat das Kind das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, und jeder Elternteil ist zum Umgang verpflichtet und berechtigt. Wer ein Umgangswochenende wegen eines Dates tauscht oder kürzt, verschiebt nicht nur einen Termin, sondern kratzt an etwas, auf das die Kinder sich verlassen. Wenn du mit dem Umgang an sich Schwierigkeiten hast, berät dich das Jugendamt.
Der häufigste Fehler
Am Umgangswochenende „nur kurz“ jemanden dazuholen, weil es gerade passt. Für dich ist es ein harmloser Kaffee, für die Kinder eine fremde Person in ihrer knappen Zeit mit dir. Lass das, bis die Beziehung stabil ist.
Was überraschend gut funktioniert
- Die eigenen festen Sperrzeiten früh aussprechen.
- Kurze Treffen unter der Woche statt langer Abende am freien Wochenende.
- Andere Väter kennenlernen. Wer niemanden hat, mit dem er über Übergaben reden kann, lädt alles beim ersten Date ab.
Wie Umgangsmodelle deine freie Zeit verteilen, vergleicht die Seite Umgangsregelung: Beispiele und Folgen. Väter in Pendlerstädten finden Ideen auf Alleinerziehende in Frankfurt, und alles über PAM als Dating-App für Alleinerziehende steht auf der Hauptseite.
Jetzt PAM laden →Häufige Fragen
- Wann kann ich als Vater mit Umgangswochenenden daten?
- In den Zeiten ohne Kinder: am freien Wochenende und an Abenden unter der Woche. Die Umgangszeiten selbst bleiben für die Kinder reserviert, auch für kurze Treffen.
- Soll ich einem Date sagen, dass ich nur jedes zweite Wochenende Zeit habe?
- Ja, so früh wie möglich und ganz konkret. Wer deinen Rhythmus kennt, kann mitplanen. Wer damit nicht leben kann, merkt es besser jetzt als nach Wochen.
- Darf ich ein Umgangswochenende tauschen, um jemanden zu treffen?
- Rechtlich können Eltern Absprachen ändern, wenn beide einverstanden sind. Für die Kinder ist Verlässlichkeit aber viel wert. Ein Date ist selten ein guter Grund, ihre Zeit mit dir zu verschieben.
- Was sage ich meinen Kindern, wenn ich jemanden kennenlerne?
- Am Anfang nichts Konkretes. Wenn sie fragen, reicht eine ehrliche, kurze Antwort. Vorgestellt wird eine neue Partnerin oder ein neuer Partner erst, wenn die Beziehung stabil ist.
- Wie lerne ich als Vater andere Alleinerziehende kennen?
- Über Orte, an denen du mit den Kindern ohnehin bist, also Spielplatz, Verein, Elternabend, und über Netzwerke für getrennt Erziehende. Dort entstehen oft erst Freundschaften und manchmal mehr.