Liebe Mama, die das hier abends auf dem Sofa liest
Ja, du darfst als alleinerziehende Mutter einen Partner suchen. Ich schreibe das so direkt, weil ich weiß, dass du dir diese Frage seit Wochen stellst und die Antwort von niemandem hören willst, der keine Ahnung hat, wie dein Dienstag aussieht. Ich kenne ihn ungefähr: Kita-Abholung um halb fünf, Einkaufen mit einem Kind, das an der Kasse unbedingt etwas haben will, Abendbrot, Zähneputzen, die dritte Geschichte, und dann sitzt du hier und fragst dich, ob da noch Platz für jemanden ist.
Ich will dir keinen Mut zureden, den du nicht hast. Ich will dir ein paar Dinge sagen, die man dir selten so offen sagt.
Über das schlechte Gewissen
Das schlechte Gewissen kommt meistens in zwei Formen. Die erste sagt: Du nimmst den Kindern Zeit weg. Die zweite sagt: Du bringst Unruhe in ein Leben, das gerade erst wieder stabil geworden ist.
Zur ersten Form: Wenn du dich an einem Abend triffst, an dem die Kinder beim Vater sind oder bei der Oma übernachten, nimmst du ihnen nichts weg. Du nutzt Zeit, die dir gehört. Viele Mütter verbringen diese Abende mit Wäsche und dem Gefühl, dass sie sich ausruhen sollten, es aber nicht schaffen. Ein Spaziergang mit einem Menschen, der dich zum Lachen bringt, ist keine schlechtere Verwendung dieser Stunden.
Zur zweiten Form: Die hat einen wahren Kern. Unruhe entsteht, wenn Kinder zu früh jemanden kennenlernen, der dann wieder verschwindet. Die Lösung ist nicht, gar nicht zu suchen, sondern die beiden Welten lange getrennt zu halten. Deine Kinder müssen von den ersten Treffen nichts wissen. Erst wenn du dir sicher bist, kommt der nächste Schritt, und dafür gibt es eine eigene Anleitung: Neuen Partner den Kindern vorstellen.
Ein Satz, den du dir aufschreiben kannst: „Ich suche niemanden, der meine Familie rettet. Ich suche jemanden, der gut neben ihr Platz hat.“ Wenn du das für dich klar hast, wird auch die Suche ruhiger.
Über die Blicke der anderen
Irgendwann sagt jemand etwas. Die Mutter einer Freundin deiner Tochter beim Laternenumzug, die Kollegin in der Kaffeeküche, vielleicht deine eigene Mutter am Telefon. „Jetzt schon?“ oder „Denk doch erst mal an die Kinder.“ Manchmal ist es freundlich gemeint, manchmal nicht.
Du musst niemandem erklären, warum du jemanden kennenlernen willst. Wenn du antworten möchtest, reicht ein kurzer Satz: „Die Kinder bekommen davon nichts mit, bis es ernst wird. Und ja, ich habe auch ein eigenes Leben.“ Danach wechselst du das Thema. Du schuldest keine Diskussion.
Schwieriger ist es mit dem Vater der Kinder. Manche Ex-Partner reagieren gereizt, wenn sie hören, dass du datest, und manchmal landen solche Spannungen bei den Kindern. Dazu gibt es eine klare Regel im Gesetz: Nach § 1684 Abs. 2 BGB müssen beide Eltern alles unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt. Das gilt für ihn genauso wie für dich. Wenn das Thema eskaliert, kannst du dich beim Jugendamt oder einer Familienberatungsstelle beraten lassen, bevor es zum Streit über die Kinder wird.
Über Sicherheit, und zwar ganz praktisch
Ich weiß, dass Sicherheit für dich keine Nebensache ist. Du gehst nicht nur für dich ein Risiko ein, sondern lässt jemanden in die Nähe deiner Familie. Deshalb ein paar Regeln, von denen du keine einzige aufweichen solltest:
- Erstes Treffen tagsüber und öffentlich. Ein Café am Marktplatz, ein Spaziergang im Park, wo Menschen unterwegs sind. Kein Abholen von zu Hause.
- Keine Adresse, keine Kita, keine Schule. Auch nicht nebenbei. „Wir wohnen im Süden der Stadt“ reicht lange.
- Eine Person weiß Bescheid. Schick einer Freundin Name, Ort und Uhrzeit, und melde dich, wenn du wieder zu Hause bist.
- Keine Fotos der Kinder verschicken. Auch wenn er fragt, wie sie aussehen. Wer es ernst meint, versteht das.
- Dein Bauchgefühl hat ein Vetorecht. Wenn dich etwas irritiert, gehst du. Ohne Begründung.
Ein Fehler, den viele Mütter machen: Sie erzählen schon im Chat sehr viel Persönliches, weil das Gespräch so vertraut wirkt. Gerade abends, wenn man müde ist und sich jemand liebevoll erkundigt, wie der Tag war. Halte Details über deinen Alltag zurück, bis du die Person mindestens zweimal in echt gesehen hast.
In PAM kannst du Profile melden und blockieren, und es gibt verifizierte Profile. Das ersetzt deine eigenen Regeln nicht, aber es hilft, wenn du einen Ort suchst, an dem Menschen wissen, worauf sie sich bei einer Mutter einlassen.
Über die Frage, wer überhaupt zu dir passt
Du brauchst niemanden, der Kinder „nicht schlimm“ findet. Du brauchst jemanden, der versteht, dass dein Samstag um sieben Uhr beginnt, dass Pläne platzen, wenn das Kind Fieber hat, und dass es Wochen gibt, in denen du nur zum Telefonieren kommst. Das kann ein Vater sein, eine andere Mutter, aber auch jemand ohne Kinder, der genau so ein Leben will.
Frag früh. Nicht in einem Verhör, sondern mit echten Situationen: „Wenn wir uns für Freitag verabreden und meine Tochter wird krank, sage ich ab. Wie geht es dir damit?“ Die Antwort sagt dir mehr als jede Beschreibung im Profil.
Wenn du sehen willst, ob die Wochen überhaupt zusammenpassen, zeigt dir der Sorgerechtskalender in PAM die Abende, an denen ihr beide kinderfrei seid. Das klingt nüchtern, aber es nimmt dir eine Sorge ab: Du musst nicht mehr raten, ob ein Treffen in den nächsten drei Wochen realistisch ist.
Über das Tempo
Du musst nicht heute anfangen. Vielleicht installierst du eine App, schaust dir zwei Wochen lang nur Profile an und schreibst niemandem. Vielleicht liest du erst im Kreis von PAM mit, wo Mütter und Väter auch anonym schreiben, wie es ihnen beim Wiedereinstieg ging. Das ist kein Zögern, das ist Ankommen.
Und wenn du merkst, dass du eigentlich nicht nach einer Beziehung suchst, sondern nach Menschen in derselben Lage, dann ist das genauso in Ordnung. Ideen dafür findest du in unserem Plan für Freizeit als Alleinerziehende mit Kindern.
Was ich dir zum Schluss mitgeben will
Du bist nicht weniger wert, weil du Kinder hast, und du bist nicht egoistisch, weil du dir Nähe wünschst. Verbieg dich nicht. Sag von Anfang an, wie dein Leben aussieht, und warte, bis jemand kommt, der dazu passt. Wer sich daran stört, dass du Mutter bist, hätte später ohnehin nicht zu euch gepasst.
Wenn du in einer Großstadt wohnst, findest du auf unseren Seiten zu Alleinerziehende in Hamburg und Alleinerziehende in München Ideen für Treffen vor Ort. Und mehr zu PAM als App für Alleinerziehende steht auf der Hauptseite.
Pass auf dich auf. Und gönn dir den ersten Kaffee.
Jetzt PAM laden →Häufige Fragen
- Ab wann darf ich als alleinerziehende Mutter wieder daten?
- Es gibt keine feste Frist. Ein guter Anhaltspunkt ist, dass du über die Trennung sprechen kannst, ohne dass sie das Gespräch bestimmt, und dass euer Alltag mit den Kindern wieder stabil läuft.
- Muss ich dem Vater meiner Kinder sagen, dass ich jemanden date?
- Für erste Treffen nicht. Sobald eine neue Person regelmäßig Kontakt zu den Kindern bekommen soll, ist es fair, den anderen Elternteil vorher zu informieren, damit die Kinder nicht zwischen die Fronten geraten.
- Wie schütze ich meine Kinder beim Online-Dating?
- Keine Fotos der Kinder im Profil oder im Chat, keine Namen, keine Adresse, keine Schule oder Kita. Erste Treffen finden ohne Kinder statt, tagsüber und an einem öffentlichen Ort.
- Was sage ich, wenn andere mich für die Partnersuche kritisieren?
- Ein kurzer Satz reicht, zum Beispiel, dass die Kinder nichts mitbekommen, bis es ernst wird. Du musst deine Entscheidung nicht verteidigen und darfst das Thema danach einfach beenden.
- Wer passt zu einer alleinerziehenden Mutter?
- Jemand, der deinen Alltag mit wenig Spontaneität und kurzfristigen Absagen wirklich akzeptiert. Das kann ein anderer Elternteil sein oder jemand ohne Kinder. Frag früh mit konkreten Situationen nach.