Wenn du in der Schweiz alleinerziehend bist und wieder jemanden kennenlernen willst, beginnst du am besten mit deinem Wochenplan und erst danach mit dem Profil. Wer die eigene freie Zeit kennt, verabredet sich seltener falsch, sagt seltener ab und merkt schneller, ob eine Person ins eigene Leben passt. Die folgenden sechs Schritte sind so geordnet, wie sie im Alltag tatsächlich funktionieren.
Schritt 1: Schreib auf, wann du wirklich frei bist
Dienstagabend, kurz nach neun. Die Kinder schlafen, der Thek steht gepackt im Gang, das Znüni für morgen liegt im Kühlschrank. Genau in diesem Moment entsteht oft der Gedanke, wieder jemanden kennenzulernen. Und genau dann lohnt sich ein Blick auf den Kalender statt aufs Natel.
Nimm dir eine Woche und markiere ehrlich:
- die Abende, an denen die Kinder beim anderen Elternteil sind;
- die Tage, an denen der Hort oder die Tagesschule bis am Abend betreut und du später heimkommen kannst;
- die Wochenenden, die fix sind, und jene, die oft getauscht werden;
- die Schulferien deines Kantons und jene des anderen Elternteils, falls ihr nicht im gleichen Kanton wohnt. Die Daten findest du auf der offiziellen Website deines Kantons.
Was am Schluss übrig bleibt, ist deine echte Dating-Zeit. Vielleicht sind es zwei Abende im Monat. Das ist wenig, aber es ist eine ehrliche Grundlage.
Schritt 2: Kläre, was du suchst
Eine feste Beziehung, jemanden für Wanderungen und gute Gespräche, oder erst einmal herausfinden, ob du überhaupt bereit bist? Alles ist in Ordnung. Wichtig ist, dass du es weisst, bevor du schreibst. Drei Fragen helfen dabei:
- Möchte ich, dass die neue Person irgendwann Teil des Familienlebens wird, oder bleibt das vorerst getrennt?
- Wie weit würde ich für ein Treffen fahren, mit S-Bahn oder Velo, an einem normalen Werktag?
- Kann ich mir jemanden ohne Kinder vorstellen, oder wäre mir eine Person lieber, die den Alltag mit Hort und Elternabend kennt?
Für die Frage, ob ihr grundsätzlich zusammenpasst, gibt es in PAM den Fragebogen von PAM Match. Er vergleicht 17 Dimensionen, etwa Kommunikation, Werte, Erziehungsstil und Umgang mit Konflikten, und zeigt dir Gemeinsamkeiten und Unterschiede in einem Bericht. Das ersetzt kein Gespräch, aber es spart dir Abende mit Menschen, die ganz andere Vorstellungen haben.
Schritt 3: Schreib ein Profil, das deinen Alltag zeigt
Viele Alleinerziehende verstecken die Kinder im Profil, aus Angst, sonst sofort aussortiert zu werden. Das kostet am Ende mehr Zeit. Sag klar, dass du Kinder hast, wie alt sie ungefähr sind und dass dein Kalender nicht beliebig ist. Wer damit ein Problem hat, filtert sich selbst heraus, und das ist gut so.
Was nicht ins Profil gehört: Fotos deiner Kinder, der Name ihrer Schule, euer Quartier bis auf die Strasse genau. Ein Bild von dir am Seeufer oder auf dem Velo erzählt genug.
Schritt 4: Gleich die Kalender ab, bevor ihr euch verliebt
Hier scheitern viele schöne Anfänge. Ihr schreibt euch zwei Wochen lang, alles passt, und dann merkt ihr, dass eure freien Wochenenden genau gegeneinander laufen. Das findest du besser am Anfang heraus.
In PAM trägst du deinen Betreuungsplan im Sorgerechtskalender ein. Die App vergleicht ihn mit dem Plan der anderen Person und zeigt, an welchen Tagen ihr beide frei seid, noch bevor ihr die erste Nachricht schickt. Auch ohne App kannst du früh fragen: „Wie sieht dein Monat aus? Meine freien Abende sind meistens Mittwoch und jedes zweite Wochenende.“ Wer so offen fragt, wirkt nicht kompliziert, sondern erwachsen.
Schritt 5: Das erste Treffen draussen und tagsüber
Für ein erstes Treffen eignet sich ein Spaziergang besser als ein langer Abend. In der Schweiz liegt fast überall Wasser in der Nähe: ein Weg am Zürichsee, an der Aare, am Rhein oder am Vierwaldstättersee. Ihr lauft eine Stunde, redet, und wer gehen möchte, kann gehen, ohne dass es peinlich wird. Ein Sonntagnachmittag in deiner freien Woche ist ideal, weil du danach nicht um sieben am Hort stehen musst.
Ein paar Regeln, die sich bewähren:
- ein öffentlicher Ort, den du kennst, und ein eigener Heimweg mit Zug oder Velo;
- eine Person aus deinem Umfeld weiss, wo du bist;
- keine Adresse, kein Kinderfoto, keine Details zum anderen Elternteil beim ersten Mal.
Wer lieber spontan jemanden trifft, kann unterwegs FacePAM einschalten, für die Dauer, die du selbst wählst. Du siehst dann PAM Mitglieder in deiner Nähe, die es ebenfalls aktiviert haben. Der genaue Standort wird nie angezeigt, und du schaltest es aus, wann du willst.
Schritt 6: Lass die Kinder vorerst aus dem Spiel
Die neue Person muss deine Kinder nicht kennen, um dich kennenzulernen. Warte damit, bis du sicher bist, dass es mehr als ein paar Treffen werden. Wie und wann das geht, hängt stark davon ab, wie ihr die Betreuung geregelt habt. Wenn die Kinder abwechselnd bei beiden Eltern wohnen, lies unseren Text über alternierende Obhut und eine neue Beziehung. Wenn du die Kinder vor allem an Besuchswochenenden siehst, hilft dir das Besuchswochenende neben dem Dating.
Zur rechtlichen Seite nur so viel: Seit dem 1. Juli 2014 ist in der Schweiz die gemeinsame elterliche Sorge die Regel, unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet waren (Bundesamt für Justiz). Deine neue Beziehung ändert nichts daran, dass beide Eltern Verantwortung tragen. Bei konkreten Fragen zu Obhut oder Unterhalt wendest du dich an die KESB deiner Region, an eine Familienberatung, eine Mediation oder eine Anwältin.
Der häufigste Fehler: zusagen und dann absagen
Viele Alleinerziehende sagen aus Freude ein Treffen in der Kinderwoche zu, in der Hoffnung, dass sich die Betreuung schon findet. Am Donnerstag wird ein Kind krank, die Grossmutter kann nicht, und die Absage kommt eine Stunde vorher. Zweimal passiert, und die andere Person ist weg. Sag nur Termine zu, die in deinem Plan aus Schritt 1 stehen. Wenn du doch einmal Hilfe brauchst, kannst du in PAM unter Helfende Hand nach spontaner Betreuung durch andere Eltern fragen, aber plane nicht dein Liebesleben darauf.
Und jetzt?
Nimm heute Abend den Kalender, nicht das Natel. Markiere die freien Abende der nächsten vier Wochen. Danach weisst du, wie viel Raum da ist, und kannst gezielt suchen. Wie das in deiner Stadt aussieht, liest du in unseren Seiten zu Zürich, Bern, Basel, Luzern und Winterthur. Mehr über die App selbst findest du auf der Seite Dating-App für Alleinerziehende.
Jetzt PAM laden →Häufige Fragen
- Wie finde ich als alleinerziehende Person in der Schweiz Zeit für Dates?
- Schreib eine Woche lang auf, wann die Kinder beim anderen Elternteil, im Hort oder in der Tagesschule sind. Was übrig bleibt, ist deine echte Dating-Zeit. Sag nur Treffen zu, die in diesen Fenstern liegen.
- Soll ich im Profil schreiben, dass ich Kinder habe?
- Ja. Wer die Kinder verschweigt, verliert später Zeit mit Menschen, die das nicht wollen. Schreib, dass du Kinder hast, aber zeig keine Fotos von ihnen und nenne weder Schule noch genaue Adresse.
- Wo treffe ich mich am besten zum ersten Mal?
- Draussen, tagsüber und an einem öffentlichen Ort, den du kennst, zum Beispiel bei einem Spaziergang am See oder am Fluss. So kann jede Person jederzeit gehen, und du hast deinen eigenen Heimweg.
- Ab wann darf der neue Partner meine Kinder kennenlernen?
- Erst wenn du sicher bist, dass es mehr als ein paar Treffen werden. Die Kinder brauchen keine wechselnden Bekanntschaften. Bei Unsicherheit hilft ein Gespräch mit einer Familienberatung.
- Ändert eine neue Beziehung etwas an der gemeinsamen elterlichen Sorge?
- Seit 2014 ist die gemeinsame elterliche Sorge in der Schweiz die Regel, unabhängig vom Zivilstand. Für konkrete Fragen zu Obhut oder Unterhalt sind die KESB, das Gericht, eine Mediation oder eine Anwältin die richtigen Stellen.